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Die Zerstörung der ...

Die Zerstörung der Heidegemeinde Ostern

Die Zerstörung der Heidegemeinde Ostern - und kein Ende.
Hans Holzinger Mai 2003

Die Zerstörung der Häuser hat schon nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 begonnen. Es kamen Kolonisten aus dem Altreich, sie sind in die Leerstehenden Häuser der geflüchteten Eigentümer eingezogen und bald darauf lassen sich einige Missstände feststellen. Nach dem das vorgefundene Brennmaterial aufgebraucht war, wurden Fußböden in den Wohnungen und sogar Teile aus dem Dachstuhl herausgeschnitten und verbrannt - was natürlich den Einsturz an einigen Häuser verursachte.
Als dann im Juni 1951 die Aushebung und Verschleppung entlang der rumänisch- jugoslawischen Grenze in die Baragan- Steppe vollzogen war, sind insbesondere in Ostern viele Häuser leer geworden. Aus Ostern laut Anmerkungen aus dem rumänischen Buch "Rusalli 51" (Pfingsten 51) wurden 136 Familien mit 447 Personen (gleich 26,5% der gesamten Dorfbewohner) am 18 Juni 1951 ausgehoben. Nach der Befreiung der Deportierten aus der Baragan- Steppe 1956, wurden den Eigentümer die Häuser rückerstattet falls sie nicht zerstört, von Staatsunternehmen oder Institutionen besetzt sind (Ministerratbeschluss Nr. 2694 vom 07.12.1955). Für die rückkehrenden Eigentümer aus der Deportation, die ihr Haus noch vorfanden, gab es viel zu tun um die vernachlässigten Häuser wieder bewohnbar zu machen.
Anfang der 70er Jahren hat die so genannte Familienzusammenführung eingesetzt. 1989 der Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Rumänien und durch die Freigabe der Ausreisewilligen, sind in kürzester Zeit, nochmals sehr viele Häuser leer geworden.
In einer Reportage in der "Neuen Banater Zeitung" vom 13.11.1991 schrieb die Journalistin Grete Lambert mit der Überschrift "Ostern- bald ein Trümmerhaufen? Selbst die Zigeuner empören sich". Während meiner Besuche 2000/2001 ist mir aufgefallen, das viele Häuser, vor allem am Rande des Dorfes, zerstört wurden oder teilweise nicht mehr bewohnbar sind. Die ortsansässige Bevölkerung bezeichnen die Neuankömmlingen "noi veniti". Sie sind empört über das zerstörerische Wirken dieser Menschen. Obwohl alle noch stehenden Häuser bewohnt sind, ist nicht auszuschließen, dass der Abriss weiterer Häuser nicht verhindert wird. Die Gemeindeverwaltung aus Groß-Komlosch, die auch für Ostern zuständig ist, unternimmt gegen diese Zerstörung nichts.
Ostern hatte von der Ansiedlung an bis 1968 seine Selbstverwaltung. Nach der rumänischen Gebietsreform vom 16.02.1968 gehört Ostern als Dorf zur Gemeinde Groß-Komlosch. Anfang dieses Jahres versuchten die Ortsbewohner durch Abstimmung, dass das Dorf wieder Selbstverwaltung erhalten soll. Eine hohe Wahlbeteiligung von circa 90% mit einer Stimmenmehrheit von 80% hat das Dorf erworben. Hingegen in Groß-Komlosch und Lunga, mit einer geringen Wahlbeteiligung und nur Gegenstimmen, wurde der Wunsch nach Selbstverwaltung ausgesetzt.
So wie der Abriss der Häuser und Nebengebäuden von einigen Neuankömmlinge und Einheimischen, hatte man es auch auf die Kachelöfen abgesehen. In den 80er Jahren (ein Kachelofensetzer aus Hatzfeld erzählte mir) das er im Auftrag einer Person aus Temeswar und in der Gegenwart mit dem "Primar" (Bürgermeister) aus Groß-Komlosch, in Ostern einige Kachelöfen begutachtet hat. Der Auftraggeber suchte nach Kachelöfen aus dem Schloss Csekonics und mit Gusseiseneinlagen (eingebauter Gusseisenofen in dem Kachelofen). Ob und wie viele Öfen abgebaut worden sind, ist ihm nicht bekannt. Jedenfalls aus unserem Hause vermisse ich den Kachelofen der aus dem Schloss Csekonics stammte. Nach dem ersten Weltkrieg 1918 ist Hatzfeld und Ostern an das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Kreis Belgrad) angeschlossen worden. Als erste Maßnahme der serbischen Regierung wird 1919 das Csekonics- Gut enteignet und den mazedonischen freiwilligen Kämpfer zugeteilt. Aus Kostengründen musste jetzt das Schloss abgerissen werden. Die innere Einrichtungen und das Baumaterial aus dem Abriss wurde verkauft, so kam es dass einige preiswerte Kachelöfen von Osterner gekauft wurden und von Kachelofensetzer aus Hatzfeld in den Schlafzimmer der Käufer aufgestellt worden sind. Der wertvollste Kachelofen in weiß, in Form von einer runden Säule, vom Sockelrahmen aus - mit Gesimsstufen und Verzierungsmotiven auf dem Rumpf und mit Kopfschmuck wurde im Hause Fraunhoffer Johann (Schusterjanni) Nr. 264 aufgestellt (er soll angeblich im Schlafzimmer der Gräfin gestanden haben).
Trotzdem das in den letzten Jahren der neue Bürgermeister aus Groß-Komlosch drastische Maßnahmen gegen die Zerstörer der Häuser und Nebengebäuden unternommen hat, konnte auch er den Zerstörer nur teilweise das Handwerk legen, die jetzt im Notfall auch bei Nacht und Nebel aktiv werden.
Nach Bestandsaufnahme die ich in diesem Jahr Vorort gemacht habe, sind seit 1945 122 Häuser zerstört worden. Die Zahl der Nebengebäuden konnte ich nicht feststellen. Bewohnbar in der Heidegemeinde Ostern sind nur noch 317 Häuser.